20 Apr

Pressespiegel 20.04.2017

Fanhilfe Hannover: Fanhilfen kritisieren Einsatzkonzept beim Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin – Ein Beispiel, welches mal wieder zeigt, wie schnell die Polizei verabredete Drittortauseinandersetzungen konstruiert

Fan-Hilfe Mönchengladbach: Fan-Hilfe Mönchengladbach kritisiert Betretungsverbote in Köln

Vice Sports: Wie „Anquatschversuche“ der Polizei die Fanszene vergiften – Immer wieder ein Thema in verschiedenen Städten. Jetzt machte auch die Fanhilfe Magdeburg solche Anquatschversuche öffentlich und sprach über die jüngsten Versuche. Weiterlesen

05 Apr

Pressespiegel 05.04.2017

netzpolitik.org: Angriffe auf Polizisten: „Kein rechtlicher Bedarf für eine Strafverschärfung“ – Interview mit dem Kriminologen und Strafrechtler Tobais Singelnstein

Neue Presse: Hat Polizei Informanten in 96-Fan-Szene?

Rot-Schwarze Hilfe: Bei ARD, ZDF und Polizei stehen Sie in der ersten Reihe – wie leicht es zu Missdeutungen zulasten eines Beschuldigten kommen kann

AG Fananwälte: Strafverteidigertag 2017 gegen Ungleichbehandlung von Fußballfans – Forderungskatalog gegen eine Ungleichbehandlung von Fussballfans und für eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte Weiterlesen

23 Mrz

Kritik an der Vergabe der lokalen Stadionverbote und Gegendarstellung der Geschehnisse in Osnabrück

Der Verein sah sich gestern dazu gezwungen – als Konsequenz aus den Geschehnissen vom Freitagabend in Osnabrück –, 44 lokale Stadionverbote für das Spiel gegen den VfR Aalen zu verhängen. Auch wir arbeiten aktuell die Vorfälle rund um den Umstieg in Osnabrück auf.

Nach unseren Erkenntnissen wird der Sachverhalt in der Pressemitteilung der Polizei und den meisten Presseberichten, die der Pressemitteilung der Polizei ähneln, in Teilen falsch dargestellt.

Angekommen im Hauptbahnhof Osnabrück, mussten die Zugfahrer noch etwas weniger als die planmäßigen 50 Minuten auf den Zug nach Münster warten. Im Bahnhof gab es bis auf zwei Automaten keine Verpflegungsmöglichkeiten. Die Toiletten waren abgeschlossen. Alle Ausgänge aus dem Bahnhof waren verriegelt oder abgesperrt, auch für andere Reisende. Nach kurzer Zeit waren die Türen offen und die Fans als auch die Reisenden konnten den Bahnhof verlassen.

Von einem gewaltsamen Herausstürmen aus dem Bahnhof kann nicht die Rede sein. Nachdem sich die Tür des Haupteingangs vermutlich durch Ziehen eines Nothebels öffnete, gingen Fans auf den Vorplatz, ein Teil dieser – die nachher festgesetzten 53 Personen – bewegte sich die Möserstraße herunter. An der Tür und auf dem Bahnhofsvorplatz waren – anders als bei bisherigen Umstiegen üblich – keine Polizeikräfte stationiert, es standen lediglich zwei Polizeibullis vor der Tür. Es wurden weder Polizeisperren durchbrochen, noch geschah dies gewaltsam. Es waren zu diesem Zeitpunkt schlicht und ergreifend keine Polizisten in der Nähe des Haupteingangs oder in der Vorhalle.

Von 300 oder 100-150 randalierenden Fans zu sprechen, ist schlichtweg falsch. Ein großer Teil der bahnreisenden Fans blieb in der Halle, wovon auch zahlreiche Personen bereits den Zug um 0:19 Uhr zurück nach Münster nahmen. Die meisten Fans begaben sich erst aus der Halle heraus, als die Polizei dort bereits formiert war, blieben unter dem Vordach stehen und verhielten sich friedlich.

Auch können wir nach unserem bisherigen Kenntnisstand bei den 53 festgesetzten Personen nicht kollektiv von Randalierern sprechen. Es wurde ein pyrotechnischer Gegenstand gezündet, der keine Personen gefährdete. Dass wenige Personen gegen Mülleimer oder Fahrräder traten, können wir nicht widerlegen, aber auch nicht bestätigen. Nach Augenzeugenberichten flog lediglich eine Flasche gegen einen Polizeiwagen. Insgesamt ergibt dies ein deutlich anderes Bild als das bisher medial verbreitete. Eine Gruppe kollektiv als Randalierer darzustellen, obwohl mindestens von Teilen keine Taten ausgingen, ist in unseren Augen aber nicht hinnehmbar.

Wir möchten auch darauf hinweisen, dass es durch den wiedermal massiven Einsatz von Pfefferspray zahlreiche Verletzte gab. Eine Person brach zusammen und musste im Krankenhaus behandelt werden, mehrere wurden am Hauptbahnhof, so gut es ging, von anderen Fans verarztet. Es wundert uns, dass dies keinerlei Erwähnung im Polizeibericht findet.

Uns war es bisher nicht möglich, sämtliche Geschehnisse des Abends lückenlos aufzuarbeiten. Es zeigt sich aber schon an den aufgearbeiteten Punkten, dass die Medaille zwei Seiten hat.

Nichtsdestotrotz wurden nun 44 lokale Stadionverbote für das Heimspiel gegen den VfR Aalen vom Verein ausgesprochen. Die Differenz zu den 53 festgesetzten Personen ist durch bereits mit Stadionverboten belegte Personen begründet. Die Datenweitergabe der Polizei an den Verein sehen wir mit Blick auf das Recht der informellen Selbstbestimmung mehr als kritisch an. Dies gilt ebenso für eine Datenweitergabe an den DFB.

Der Verein möchte sich von Gewalt distanzieren. Dass man dazu 44 Fans pauschal den Spielbesuch verwehrt und diese kriminalisiert, spielt dabei wohl keine gewichtige Rolle.

Der Verein bestätigte zudem am Mittwochmittag bei Westline: „Man werde die Lage in Ruhe bewerten und dafür sorgen, dass auch nur jene mit Stadionverboten belegt würden, deren Taten von der Polizei konkret belegt würden.“ Nach unserem Wissen stand bereits Dienstag fest, dass die festgesetzten Personen lokale Stadionverbote erhalten würden, was sich am Mittwochnachmittag bewahrheitete. Dass die Polizei so schnell allen Personen konkrete Taten nachweisen konnte, bezweifeln wir stark. Auch eine Bewertung der Lage in Ruhe sieht für uns anders aus. Wieder einmal treffen die Verantwortlichen voreilig, unter externem und zum Teil auch selbst auferlegtem Druck kollektive Maßnahmen gegen die Fanszene, ohne sich dabei die Sichtweise der Betroffenen anzuhören.

Wir kritisieren das widersprüchliche und voreilige Handeln der Vereinsverantwortlichen. Hier werden kollektiv Fans ausgesperrt, um oberflächlich Handlungsfähigkeit zu demonstrieren, ohne dabei Rücksicht auf den Einzelfall zu nehmen. Wir fordern von den Vereinsverantwortlichen, sich endlich auf rechtsstaatliche Grundsätze zu besinnen und sich nicht von Berichterstattung und polizeilichem Druck treiben zu lassen, quasi die Handlungsweise, die man selber im Westline-Artikel noch verkündet hat, aber durch das eigene Handeln wenige Stunden später ad absurdum führt.

Polizeibericht:
http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/104236/3591558 (Polizeiinspektion Osnabrück, 21.03.2017)

Presseberichte:
http://www.nonstopnews.de/suche/text/?page=meldung&newsnr=24805 (Nonstop News, 18.03.2017)

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/866723/preussen-muenster-fans-randalieren-in-osnabrueck#gallery&0&0&866723 (NOZ, 18.03.2017)

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/868293/randalierenden-preussen-muenster-fans-drohen-harte-strafen (NOZ, 21.03.2017)

http://www.wn.de/Sport/Lokalsport/Preussen-Muenster/2742594-Hauptbahnhof-Osnabrueck-Preussen-Muenster-Fans-randalieren (WN, 18.03.2017)

http://www.wn.de/Sport/Lokalsport/Preussen-Muenster/2746723-Polizei-ermittelt-auf-Hochtouren-Randalierenden-Preussen-Fans-drohen-empfindliche-Strafen (WN, 21.03.2017)

http://www.wn.de/Muenster/2747473-Entsetzen-ueber-Randale-in-der-Osnabruecker-Innenstadt-Preussen-verhaengen-Stadionverbote-gegen-44-Ultras (WN, 22.03.2017)

http://www.westline.de/fussball/sc-preussen-muenster/preussen-muenster-ueber-50-neue-stadionverbote-drohen (Westline, 22.03.2017)

01 Mrz

Samstag Auskunftsersuchen stellen!

Was speichern die Behörden über mich? Dies war eine der Fragen, auf die wir beim Fanrechtetag eingegangen sind. Um zu erfahren, was in polizeilichen Datenbanken über euch gespeichert wird, hilft nur ein Auskunftsersuchen. Diesem muss eine amtlich beglaubigte Kopie eures Personalausweises beigelegt sein, damit euch Auskunft erteilt wird.

Um euch den Gang zum Amt zu ersparen, habt ihr am Samstag vor dem Heimspiel gegen Halle von 12:45 Uhr bis 13:30 Uhr die Chance, eine Kopie des Personalausweises beglaubigen zu lassen. Kommt einfach mit eurem Perso zum Fancontainer, dort könnt ihr dann eine Kopie erstellen und diese beglaubigen lassen!

Auch die Auskunftsformulare (Auskunft Münster, Auskunft BKA) gibt es vor Ort, am Besten bringt ihre diese aber schon ausgedruckt und ausgefüllt mit!

Falls ihr noch weitere Fragen habt, kommt einfach Samstag auf uns zu, wir stehen wie immer am Fancontainer für eure Fragen zur Verfügung! Hier könnt ihr auch Mitglied werden. Zudem gibt es auch unsere Infobroschüre, die für Mitglieder kostenlos ist. Außerdem verweisen wir auf den Vortrag zur Thematik vom AK Vorrat beim öffentlichen Treffen des Fanprojekts am 06.03.2017!

Eure Fanhilfe Münster

23 Feb

Pressespiegel 23.02.2017

Süddeutsche Zeitung: Respekt entsteht nicht durch Drohungen – Im Bundestag wurde der geplante §114 StGB auf den Weg gebracht (härtere Strafen für Angriffe auf Polizisten). Warum dieser niemandem nützt erläutert Tobias Singelnstein, Professor für Strafrecht.

Schwarz-Gelbe Hilfe: Einsatzkräfte der Polizei bei Heimspielen der Sportgemeinschaft

Süddeutsche Zeitung: Die Polizei muss Fußballfans informieren, wenn sie ihre Daten speichert – Kommentar zu Polizeidatenbanken und der fehlenden Informationspflicht

Rot-Schwarze Hilfe: …und wieder mal – Der Kampf gegen das unberechtigte Stadionverbot Weiterlesen

14 Feb

Rückblick Fanrechtetag

Der Aufgabenbereich der Fanhilfe Münster umfasst nicht nur die Vermittlung von Anwälten und die Hilfe am Spieltag, sondern auch die Prävention. Mit Infobroschüren und regelmäßigen Informationsveranstaltungen möchten wir die Preußen-Fans über ihre Rechte und Pflichten gegenüber staatlichen Organen aufklären. So steht es in der Vorstellung auf unserer Homepage und konsequenterweise fand dann ein Tag vor dem Auswärtsspiel in Duisburg der erste Fanrechtetag „Kenne deine Rechte!“ im Stadtteilhaus Lorenz-Süd in Münster statt.

Den Anfang machte unsere Anwältin Lisa Grüter, die mit ihrem Vortrag einen Überblick über das Strafverfahren und die Rechte und Pflichten bei einer Personalienfeststellung, Ingewahrsamnahme, ED-Behandlung oder Hausdurchsuchung informierte. Nach einer kurzen Mittagspause informierte ein Mitglied des AK Vorrat die ca. 65 anwesenden Mitglieder über die Datensammelwut der Polizei. Der Referent stellte die unterschiedlichen Datenbanken auf Länder- und Bundesebene vor und nannte die Kriterien zur Speicherung und Eintragung der Daten und deren Rechtsgrundlage. Ein besonderer Fokus wurde hierbei auf die Datei Gewalttäter Sport und die SKB-Datenbank in Münster gelegt, in die man schon durch eine einfache Personalienfeststellung gelangen kann. Am Ende des Vortrags gab es noch ein paar Tipps zum Datenauskunftsersuchen bei den zuständigen Behörden. Gerade das Datenauskunftsersuchen möchten wir euch wärmstens ans Herz legen! Die von euch in den Datenbänken der Polizei gespeicherten Inhalte sind Grundlage für die Betretungsverbote und Meldeauflagen, die die Polizei in letzter Zeit reihenweise und in Massen ausspricht. Diese Auskunftsersuchen werden wir demnächst online und am Container des Fanprojekts an Spieltagen bereitstellen!

Zum Abschluss der Veranstaltung boten unsere Anwälte eine offene Sprechstunde für Mitglieder an, die rege genutzt wurde. Das bisher an uns herangetragene Feedback für die knapp fünfstündige Veranstaltung war durchweg positiv und wir können euch versprechen, dass weitere Veranstaltungen dieser Art folgen werden.

Eure Fanhilfe Münster

07 Feb

Kenne deine Rechte! Fanrechtetag am 11.02.2017

Wir laden alle Mitglieder ein zum Fanrechtetag! Erfahrt u.a., welche Rechte ihr im Umgang mit der Polizei habt und welche Informationen möglicherweise über euch gespeichert werden. Ihr könnt noch vor Ort mit Hilfe fachkundiger Anwälte ein Auskunftsersuchen an die zuständigen Behörden stellen und Licht ins Dunkel bringen! Ebenfalls besteht die Möglichkeit Mitglied zu werden.

Start ist um 11 Uhr im Stadtteilhaus Lorenz-Süd (Am Berg Fidel 53, 48153 Münster), gegenüber dem Eingang der Halle Berg Fidel.

Tagesordnung:

11 Uhr: Begrüßung und Vorstellung der Fanhilfe Münster

11:15-12:45 Uhr: Wie verläuft ein Strafverfahren? – RAin Lisa Grüter

12:45-13:15 Uhr: Mittagspause

13:15-14:45 Uhr: Polizei-/SKB-Datenbanken / Datei Gewalttäter Sport / Auskunftsersuchen – AK Vorrat

14:45-15 Uhr: Pause

15-16 Uhr: Offene Sprechstunde – RAin Lisa Grüter / RA Dr. Cornelius Birr