28 Jan.

Polizeigewalt am Olympiastadion: Eskalationsstrategie der Polizei Berlin endlich beenden!

Im Nachgang des Dialogs vom Mittwoch, 21. Januar verkündete Innensenatorin Iris Spranger, dass sie keine rechtsfreien Räume in Berlin akzeptiere.

Wir nehmen Sie beim Wort, Frau Spranger! Viel zu häufig verwandelte die Polizei Berlin Teile des Olympiastadions und seines Umfelds in der Vergangenheit in ebenjene rechtsfreien Räume, in denen Fußballfans anlasslosen Provokationen und Gewalttätigkeiten der Einsatzhundertschaften ausgesetzt waren.

Den Höhepunkt dieser Eskalation markiert der Angriff der Polizei auf die Ostkurve Hertha BSC vom 17. Januar 2026 – an einem Tag, der für den Verein Hertha BSC und alle seine Fans ganz im Zeichen des Gedenkens an Kay Bernstein stehen sollte. Allen Deeskalationsversuchen der Fanszene zum Trotz, die sich angesichts der Gewaltsuche der Beamten vom angestammten Treffpunkt auf dem Vorplatz der Ostkurve bis in den Eingangsbereich der Ostkurve zurückzog, drang die Polizei unter Tritten, Schlägen, Knüppel- und Reizgaseinsatz in die Ostkurve ein. Hierbei wurden unterschiedslos alle Fans vor Ort angegriffen und verletzt. Der Eingangstunnel der Ostkurve, an dessen Ende sich die Rollstuhlfahrerplätze und die vollbesetzten Ränge befinden, wurde regelrecht mit Reizgas geflutet. Flankiert wird die Eskalation der Gewalt von Widersprüchen und Lügen in den Stellungnahmen der Polizei Berlin.

Wir nehmen mit Sorge zur Kenntnis, dass die Eskalation durch die Polizei zu einer Vielzahl an Verletzten führte. Die Polizei kommunizierte vorschnell eine zu niedrige Anzahl verletzter Fans, welche nur die durch den Sanitätsdienst im Olympiastadion versorgten Herthaner einbezog. Die Verletztenstatistik der ZIS wird wiederum vom Verursacher Polizei und der Innenpolitik als Beweis für eine angebliche Zunahme der Fangewalt in deutschen Stadien verwendet, wie wir es erst jüngst in den Diskussionen um die Innenministerkonferenz (IMK) im Dezember 2025 erlebt haben.

Weniger Beachtung fand indes die Gewalt gegenüber den mitgereisten Gästefans aus Gelsenkirchen, wo es bereits am Blockeingang und während des Spiels zu Provokationen und Übergriffen kam und insbesondere nach Spielende durch grundloses, gewaltsames Einwirken der Polizei im Bereich der Treppen des S-Bahnhofs Olympiastadion schwere Verletzungen in Kauf genommen wurden. Im Internet kursierende Videos belegen die Darstellungen der Königsblauen Hilfe.

Dabei reihen sich diese Übergriffe nahtlos ein in eine provozierende und auf Eskalation ausgelegte Strategie der Polizei Berlin. In unserer Stellungnahme vom 17. Januar 2026 beklagten wir die Eskalationsstrategie der letzten 6 Monate gegenüber Herthafans. Diese Strategie der ständigen Eskalationssuche betrifft auch die Gästefans am und im Olympiastadion, teilweise sogar schon länger. Viele Fanszenen bezeugen das Vorgehen der Berliner Polizei:

  • Am 13. Dezember 2024 empfing Hertha BSC den SC Preußen Münster: Die Fanhilfe Münster berichtet, dass beim Blockeinlass die anwesende Hundertschaft sehr rabiat, gewalttätig und vor allem unverhältnismäßig aufgrund von Lappalien, wie z. B. der Weitergabe von Tickets gegen anwesende Fans vorging.
  • Anlässlich der Begegnung am 1. November 2025 führte das Fanprojekt Dresden eine Umfrage unter ca. 2.000 Dynamo-Fans durch: Die Polizei Berlin erhielt eine unterdurchschnittlich schlechte Bewertung. Kritisiert wurden Schubsen, rücksichtsloses Vorgehen, Gewaltanwendungen sowie eine als übertrieben empfundene Polizeipräsenz. (Link)
  • Am 21. November gastierte Eintracht Braunschweig zum Freitagabendspiel in Berlin: Die Blau-Gelbe Hilfe stellte Provokationen und Beleidigungen durch die eingesetzten Polizeibeamten fest, die sich zudem in die durch den Sicherheitsdienst durchgeführte Kontrolle der Fanmaterialien am Stadioneinlass einmischte. Dort wurde der Sicherheitsdienst durch Polizisten explizit angewiesen, Intimkontrollen durchzuführen. Unter Verweis auf die Rechtswidrigkeit dieser Maßnahme verweigerte derSicherheitsdienst deren Durchführung. Die Fanbetreuung von Eintracht Braunschweig kann diesen Vorgang bestätigen.
  • Die Rot-Weiße Hilfe Kaiserslautern war bei ihren letzten Auswärtsspielen in Berlin mit einer überzogenen Polizeipräsenz direkt hinter der Einlasskontrolle und speziell bei der Kontrolle der Fanmaterialien konfrontiert. Unverständlich waren zudem die beim Pokalspiel am 2. Dezember 2025 aufgefahrenen Wasserwerfer am Südtor des Olympiastadions.
  • Die Fanhilfe Magdeburg stellte sowohl im Dezember 2025 als auch in den vorangegangenen Gastspielen massives Fehlverhalten der Polizei Berlin fest, wodurch etliche Fans des 1. FC Magdeburg körperliche Verletzungen erlitten. (siehe auch Stellungnahme vom 19.02.2024)
  • Die Königsblaue Hilfe berichtet von „einer sinnlosen, gewalttätigen und eskalativen Einsatzstrategie“ im Rahmen der Begegnung vom 17. Januar 2026. (Link)
  • Selbst Spiele gegen den Karlsruher SC wurden trotz der bekannten Fanfreundschaft von übertriebenen, polizeilichen Maßnahmen begleitet, etwa durch den aufsehenerregenden und unnötige Kosten verursachenden Hubschraubereinsatz im April 2025. (Link)
  • Auch die Fanhilfe von Fortuna Düsseldorf und die Fanszene des DSC Arminia Bielefeld teilen die geschilderten Eindrücke.

Von der Gewaltsuche seitens der Polizei sind leider auch die Gästefans bei Herthas Amateurmannschaft in der Regionalliga Nordost betroffen. Auch bei den Spielen im Amateurstadion gab es in jüngster Vergangenheit Übergriffe durch Einsatzkräfte:

  • Am 12.09.2025 gastierte der BFC Dynamo bei Herthas Zweitvertretung. Ein immer enger werdender Polizeikessel und Aussagen wie „Ich habe richtig Bock, einen von euch wegzuhauen“ verdeutlichen die Eskalationslust der Einsatzhundertschaft. Die Fanszene des BFC stellt regelmäßig Versuche der Polizei Berlin fest, Freiräume der aktiven Fankultur zu durchbrechen und die Gesundheit von – oft jugendlichen – Fußballfans aufs Spiel zu setzen.
  • Die Fanszene Babelsberg erlebte die polizeiliche Eskalationsstrategie am 30.11.2025 und stellt diese ebenfalls in einen generellen Kontext. Das konfrontative und provozierende Auftreten der Polizei Berlin fällt ihnen bei vielen Auswärtsspielen in Berlin auf.
  • Am 14.12.2025 kam es zu anlassloser Polizeigewalt gegenüber den mitgereisten Gästefans aus Jena, wobei viele Fans und der Fanbeauftragte des FC Carl Zeiss Jena verletzt wurden. (Link)
  • Die Fanhilfe Zwickau und die Fanszene des FC Rot-Weiß Erfurt schließen sich den Vorwürfen an.

Da sich Berlins Innenverwaltung, Polizei und Hertha BSC nun – nach dem seit November 2025 andauernden Ausschluss von Vereinsvertretern von Hertha BSC aus den Sicherheitsbesprechungen durch die Polizei – wieder an einem Tisch befinden, rufen wir dazu auf, ein sicheres Stadionerlebnis für Fußballfans im Olympiastadion Berlin zu gewährleisten:

Die Eskalationsstrategie der Polizei gegen Hertha- und Gästefans muss beendet werden!

Fanhilfe Hertha BSC
Königsblaue Hilfe
Fanhilfe Karlsruhe
Schwarz-Gelbe Hilfe – Fanhilfe der SG Dynamo Dresden
Fanhilfe Münster
Blau-Gelbe Hilfe – Eintracht-Fans für Fanrechte
Lokal Crew Bielefeld
Fanhilfe Magdeburg
Fanhilfe Fortuna
Rot-Weiße Hilfe Kaiserslautern
Blau-Gelb-Weiße Hilfe Jena
Fanhilfe Zwickau
Fanszene BFC Dynamo
Fanszene Babelsberg
Fanszene Erfurt

02 Okt.

Antwort des Innenministeriums NRW wirft Fragen auf – Fanhilfe Münster fordert faktenbasierte Polizeiarbeit

Pressemitteilung: Fanhilfe Münster nimmt Stellung zur Antwort von Innenminister Reul

 

Vor dem Spiel des SC Preußen Münster beim VfL Bochum sorgte die Polizei für Unverständnis: Sie wollte Preußenfans den Besuch bei ihren Bochumer Freunden verbieten, weil sie das Spiel als „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ einstufte. Die SPD-Landtagsfraktion stellte dazu eine Anfrage an die Landesregierung, die das Innenministerium nun beantwortet hat. Die Antworten werfen jedoch weitere Fragen auf.

Das Innenministerium antwortet, die Polizei Bochum habe die Sicherheitseinstufung vorgenommen. Das Spiel sei aber ohnehin nie als „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ eingestuft worden, sondern als Spiel „mit niedrigem Risiko“, teilt die Polizei Bochum nun überraschend mit. Die Information in den acht Anhörungsschreiben sei nur irrtümlich erfolgt, ebenso wie die spätere Information an die Betroffenen, dass eine Neubewertung stattgefunden habe.

Ein Sprecher der Fanhilfe Münster zeigt sich über die vielen Fehler verwundert: „Die Auskunft des Innenministers wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Es ist erschreckend, wie der Polizei Bochum so viele Fehler passieren können. Wir hoffen, dass eine intensive Nachbereitung stattgefunden hat und die Polizei zukünftig nicht erneut derart leichtfertig die Grundrechte von Fußballfans einschränkt. Denn nach der Antwort bleibt die Frage offen, weshalb die Polizei bei einem Spiel mit niedrigem Risiko Betretungsverbote aussprechen wollte.“

Die Antwort benennt zudem Aspekte, nach denen die Sicherheitseinstufungen vorgenommen werden. Bis auf ein zeitgleich stattfindendes Stadtfest traf keiner der Aspekte für das Spiel zu. Es gibt aber ohnehin keine festgelegten Kriterien für die Sicherheitseinstufungen der Polizeibehörden. Letztlich entscheidet der „zuständige Polizeiführer auf Grundlage der Beurteilung der Lage im Einzelfall“.

„Dieser weite Ermessensspielraum erklärt die oftmals nicht nachvollziehbaren
Sicherheitseinstufungen. So stufte die Polizei Münster etwa in der letzten Saison jedes Spiel mit mehr als 1.000 Gästefans als Rotspiel ein. Es braucht hier ein Umdenken der Polizei, hin zu faktenbasierten Entscheidungen – das erspart den Fans viel Stress und dem Staat viel Geld“, fordert ein Sprecher der Fanhilfe Münster.

Fanhilfe Münster, 01.10.2025

28 Aug.

Sicherheitsrisiko Freundschaftsbesuch? Absurde Einstufung der Polizei Bochum bedarf der Aufklärung

Preußenfans im Ruhrstadion: gern gesehene Gäste – doch für die Polizei Bochum ein Sicherheitsrisiko?

 

Für viele Preußenfans ist das Spiel beim VfL Bochum kein Spiel wie jedes andere, sondern ein Besuch bei guten Freunden. Fans beider Vereine verbindet eine langjährige Freundschaft. Doch diese Vorfreude wurde einigen Preußenfans genommen. Die Polizei wollte ihnen verbieten, am Spieltag nach Bochum zu reisen. Denn das Spiel sei ein „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ und ihr Besuch in Bochum eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit.

Die Polizei Bochum verschickte dazu Anhörungsschreiben an acht Preußenfans und teilte ihnen mit, dass Bereichsbetretungsverbote gegen sie verhängt werden sollen. Als Fanhilfe vermittelten wir den Betroffenen anwaltliche Hilfe. Auch der SC Preußen Münster und der VfL Bochum zeigten sich verwundert über die Maßnahmen und wirkten auf die Polizeibehörden ein.

Die Einstufung ist absurd und entbehrt jeglicher Grundlage: Die Freundschaft zwischen Fans beider Vereine reicht Jahrzehnte zurück. Bei nahezu jedem Spiel besuchen sich Fans beider Vereine, gut sichtbar durch Schals und Fahnen in blau-weiß oder schwarz-weiß-grün. Zeitungen berichteten bereits mehrfach über die Kontakte. Wer auf die Fankurven schaut, kann die Freundschaft nicht übersehen. Die Spiele gegeneinander verliefen stets friedlich und freundschaftlich.

Trotzdem wäre es wohl bei der Einstufung als „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ geblieben, wenn sich die beiden Vereine nicht eingeschaltet hätten. Dann wären Betretungsverbote verhängt und den Preußenfans der Besuch bei Freunden verboten worden. Letztlich teilte die Polizei Bochum den Betroffenen kryptisch mit, es sei zu einer „Neubewertung der Sicherheitsrisikostufe“ gekommen, deshalb sehe sie von den Betretungsverboten ab.

„Trotz riesigen Personalaufwands und umfangreicher Überwachung der Fanszenen übersieht die Polizei eine Fanfreundschaft, die ansonsten jedem bekannt ist – und möchte Preußenfans deswegen einen Besuch bei Freunden verbieten“ kritisiert ein Sprecher der Fanhilfe Münster. „Die Vorgänge veranschaulichen zwei Probleme: Zum einen erscheinen die Sicherheitseinstufungen der Polizei oft realitätsfern bis willkürlich. Dabei wirken sie sich erheblich aus, verursachen etwa Personalaufwand bei der Polizei und Repressionen gegen Fans. Zum anderen reicht der Polizei schon ein Ermittlungsverfahren und die Sicherheitseinstufung aus, um Fans den Spieltag zu verbieten. Dieses Erlassen von Betretungsverboten nach dem Gießkannenprinzip muss aufhören!“

Die Vorgänge bedürfen der Aufklärung. Es bleibt offen, wie die Polizei zu ihrer absurden Einstufung kam. Es bleibt offen, wie die Polizeien generell Sicherheitseinstufungen vornehmen und auf welche Kriterien und Erkenntnisse sie sich dabei stützen. Die SPD-Landtagsfraktion hat dazu heute eine Anfrage an die Landesregierung auf den Weg gebracht, um diese Fragen aufzuklären. Wir werden über den Fortgang informieren und wünschen allen Fans einen entspannten Spieltag.

Fanhilfe Münster, 28.08.2025

26 Aug.

Einladung zur MV 2025 und Ankündigung zum Beitragseinzug

Liebe Mitglieder der Fanhilfe Münster,

eine weitere Saison ist vorbei. Dies bedeutet, dass es wieder an der Zeit für die Mitgliederversammlung und den Einzug der Mitgliedsbeiträge ist.

Hiermit laden wir euch zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2025 ein.

Am Dienstag, 23. September 2025 um 18:30 Uhr in der Haupttribüne des Preussenstadions (Hammer Str. 302, 48153 Münster), wird daher folgende Tagesordnung anstehen:

1.        Begrüßung

2.        Entgegennahme des Jahresberichts 2024/25

3.        Entgegennahme des Kassenberichts 2024/25

4.        Entgegennahme des Berichts der Kassenprüfers 2024/25

5.        Aussprache zu Berichten / Fragen

6.        Entlastung des Vorstands 2024/25

7.        Nachwahl eines Vorstandsmitgliedes

8.        Verschiedenes

Die Mitgliederversammlung ist unabhängig von der Anzahl anwesender Mitglieder voll beschlussfähig.

Am gleichen Tag wird außerdem euer Mitgliedsbeitrag in Höhe von 36€ eingezogen.
Bitte sorgt für ein ausreichend gedecktes Konto, da uns sonst zusätzliche Kosten entstehen.

Wir freuen uns auf euer Erscheinen!

Der Vorstand der Fanhilfe Münster

30 Aug.

Einladung zur JHV 2024

Liebe Mitglieder der Fanhilfe Münster,

hiermit laden wir euch zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2024 ein.

Am Dienstag, 24. September 2024 um 18:30 Uhr im FANport Münster (Hammer Str. 302, 48153 Münster) wird daher folgende Tagesordnung anstehen:

 

1.     Begrüßung

2.     Entgegennahme des Jahresberichts 2023/24

3.     Entgegennahme des Kassenberichts 2023/24

4.     Entgegennahme des Berichts der Kassenprüfers 2023/24

5.     Aussprache zu Berichten / Fragen

6.     Entlastung des Vorstands 2023/24

7.     Verschiedenes

Die Mitgliederversammlung ist unabhängig von der Anzahl anwesender Mitglieder voll beschlussfähig.

Wir freuen uns auf euer Erscheinen!

Der Vorstand der Fanhilfe Münster

11 Juni

Rückblick: Hol dir deine Daten zurück!

Was speichern die Behörden über dich und ist das rechtens? Knapp ein Jahr ist es nun her, dass viele Preussen Fans im Rahmen unserer Veranstaltung „Hol dir deine Daten zurück!“ ein Auskunftsersuchen bei verschiedenen Behörden gestellt haben, um diese Fragen zu klären.

 

Ein Jahr nach Versand sind die Rückmeldungen bei vielen Fans eingetroffen und es bestätigte sich das leider bereits erwartete Bild: Die gespeicherten Daten erstrecken sich von Flugdaten des letzten Familienurlaubs, bis hin zu Daten über Strafverfahren, über dessen Einleitung die Betroffenen nie in Kenntnis gesetzt worden sind.

 

Wir sehen uns als Fanhilfe Münster darin bestätigt, dass hier keine Gelegenheit ausgelassen wird Daten über Fußballfans zu erheben und zu speichern. Wir raten euch somit in regelmäßigen Abständen die Datenabfrage zu wiederholen, um die Löschung von bereits verjährten Einträgen zu überprüfen. Sollten euch gespeicherte Daten unrechtmäßig vorkommen, raten wir euch diese nach Rücksprache mit uns, unter etwaiger zur Hilfenahme eines Rechtsbeistandes, überprüfen und löschen zu lassen.

 

Solidarische Grüße

Fanhilfe Münster

22 Jan.

Viel Ärger rund um das Derby gegen Arminia Bielefeld

Polizeikette innerhalb des Preußenstadions

Katastrophale Einlasssituation trübt die Stimmung um den ersten Derbysieg im Jahr 2024 – Gemeinsames Statement mit der Fangemeinschaft Preußen Münster

 

Der SC Preußen hat Revanche genommen für die herbe 0:4-Klatsche im Hinspiel Mitte August 2023. Trotz einer leidenschaftlich und erfolgreich kämpfenden Elf im Preußenstadion müssen wir Sonntagabend vor allem über eine völlig aus dem Ruder gelaufene Einlasssituation am Stadioneingang sprechen. Positiv, dass der Verein hier bereits am Sonntagabend mit einer Stellungnahme ein identisches Bild unserer Wahrnehmung an den Einlasstoren wiedergegeben hat.

 

Was war passiert? +++ Brenzlige Situation vor und hinter den Stadiontoren

Während das Spiel bereits einige Minuten lief, warteten noch hunderte Fans vor den Toren auf Einlass. Als Begründung wurde eine besondere polizeiliche Präsenz im Bereich der Materialkontrolle genannt. Durch diese willkürliche Maßnahme verzögerte sich der Einlass deutlich. Über nachrückende Zuschauer auf dem Vorplatz und in einer immer hektischeren Stimmung agierte die Polizei ohne Absprache auf dem Vereinsgelände des SC Preußen, sperrte Eingänge, kesselte wahllos Preußenfans ein, um sie wenig später dann doch wieder passieren zu lassen. Kurzum: Es regierte das Chaos in einer völlig unkoordinierten Einlasssituation. Eine aggressive Polizeieinheit schwang sich dazu auf, Tickets zu kontrollieren und anlasslos Personalien aufzunehmen. Sichtlich überfordert wurden in dieser Situation auch Frauen und Kinder von der Polizei gestoßen und bedroht. Nur der außerordentlichen Besonnenheit der Preußenfans ist es zu verdanken, dass keine Massenpanik mit schlimmeren Folgen entstand. Vereinsvertreter von Preußen Münster, Fanszene, der FANport, die Fanhilfe und viele andere versuchten verzweifelt, die Situation zu entschärfen. Dies wurde aber vom Einsatzleiter abgelehnt, der bezeichnenderweise gar nicht vor Ort war und sein warmes Büro vorzog.

 

Konsequenzen ziehen – vertrauensvolle Kommunikation hinterfragen

Für den Polizeieinsatz am Sonntag im Eingangsbereich des Preußenstadions fehlt uns als Fangemeinschaft bzw. Fanhilfe jegliches Verständnis. Am Ende bleibt die Frage nach dem Sinn der Maßnahmen. Wir wünschen uns, dass die Vereinsvertreter des SC Preußen selbst intern Konsequenzen aus den Vorgängen ziehen und die Ereignisse aufgearbeitet werden. Das Vorgehen der Polizei muss kritisch hinterfragt werden. Der SC Preußen sollte künftig auch gegenüber der Polizei konsequent vom eigenen Hausrecht Gebrauch machen. Unsere Forderung: Keine Polizei im Eingangsbereich des Stadions. Derbys und brisante Gegner werden auch zukünftig regelmäßig im Preußenstadion stattfinden. Bei ausverkauften Spielen wird ein Andrang wie gestern regelmäßig entstehen. Bis zu einem erfolgreichen Stadionumbau werden die Rahmenbedingungen am Einlass weiterhin kompliziert sein. Gegen Rot Weiß Essen darf sich am kommenden Sonntag ein ähnliches Vorgehen nicht wiederholen. Unser Dank gilt allen Personen, die mit Besonnenheit versucht haben, die Situation zu entspannen.

 

Ihr seid selbst zu Schaden gekommen oder habt konkrete Hinweise auf ein Fehlverhalten entdeckt und könnt es bezeugen? Dann wendet euch an uns unter der Mailadresse info@fanhilfe.ms

03 Dez.

Stellungnahme zum Polizeieinsatz beim Auswärtsspiel in Saarbrücken

Schon vor dem Spiel fiel die massive Polizeipräsenz auf. Der Sonderzug wurde durch einen Hubschrauber begleitet, in Saarbrücken erwartete die Preußenfans dann eine große Zahl behelmter Polizisten und Hundestaffeln. Wegen der guten Stimmung unter den Fans und der fehlenden Rivalität war dies für uns nicht erklärbar und deutlich überzogen.

Die Polizei Saarland spricht in ihrer Pressemitteilung von einem feindschaftlichen Verhältnis zwischen den Anhängern beider Mannschaften. Eine Feindschaft ist uns nicht bekannt. Vielmehr gab es am Spieltag einen freundlichen Austausch einzelner Fans beider Seiten.
 
Auch auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof herrschte eine entspannte und friedliche Stimmung. Die Situation am Bahnhof ist für uns noch nicht gänzlich klar. Bereits vorher wurden vereinzelt Preußenfans von Polizisten geschubst; die Lage blieb aber ruhig. Offenbar eskalierte die Situation, als die Polizei eine Person aus dem Fanmarsch herauszog. Die Polizei setzte daraufhin massiv Pfefferspray ein. Zahlreiche Unbeteiligte wurden dadurch verletzt und mussten medizinisch versorgt werden. Sie erlitten vor allem erhebliche Reizungen der Augen und der Atemwege sowie Übelkeit.
 
Für uns stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes. Der gesamte Einsatz beruhte offenbar bereits auf einer mangelhalten Lageeinschätzung. Die Preußenfans wurden nicht als Gäste, sondern als Problem empfangen.
 
Die Personalienfeststellung war nicht notwendig. Nach unserem Kenntnisstand war die Person bereits polizeibekannt und mithin ohne Personalienfeststellung identifizierbar. Der Auslöser der Eskalation war absolut vermeidbar. Die zahlreichen Verletzten sind das Ergebnis eines nicht notwendigen Polizeieinsatzes.
 

Die Situation am Bahnhof reiht sich ein in den überzogenen Polizeieinsatz am Spieltag und in die bundesweite Entwicklung. Der Dachverband der Fanhilfen spricht von einer Gewalteskalation und kritisiert den Einsatz von Pfefferspray: „Pfefferspray ist das wohl ungeeignetste Mittel der Polizei in vollbesetzten Stadien. Pfefferspray führt zu zahlreichen Verletzten – übrigens bei Fans und bei der Polizei.“ (Zur Stellungnahme) Dem schließen wir uns für den Einsatz von Pfefferspray in großen Menschenmengen an. Pfefferspray führt immer wieder zu erheblichen Verletzungen etlicher unbeteiligter Personen – so auch am Samstag.

07 Okt.

Stellungnahme zum Materialverbot beim Spiel gegen Aue

Das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue hielt zwei Schlagzeilen parat. Zum einen der sportliche 4:0-Erfolg der Mannschaft, zum anderen die leere Fiffi-Gerritzen-Kurve. Da wir die Möglichkeit hatten die Situation am Einlass zu begleiten, wollen wir diese aus Sicht der Fanhilfe kurz schildern und anschließend in den Kontext setzen.

Was war passiert?

Eine Stunde vor Spielbeginn wollte die Fanszene wie gewohnt ins Stadion. Im Gepäck waren – wie bei Heimspielen üblich – die Zaunfahnen, Schwenkfahnen und dazugehörige PVC- und Teleskopstangen. Nicht dabei waren Blockfahnen oder sonstige Choreoelemente.

Am Eingang teilte der Sicherheitsbeauftragte zuerst mit, dass nur Zaunfahnen erlaubt seien. Auf Rückfrage bei der Vereinsführung hieß es dann, große Schwenkfahnen seien auch erlaubt, nur kleine PVC-Stangen verboten. Nun sprachen mehrere Personen der Fanszene mit mehreren Verantwortlichen des Vereins und des Sicherheitsdienstes, mit jeweils unterschiedlichen Angaben, was denn nun erlaubt sei und was nicht. Eine Gemeinsamkeit hatten alle Ausführungen: Die Maßnahme wurde kurzfristig von Veranstaltungsleiter Hennemann veranlasst und alle haben es erst wenige Minuten vorher erfahren und gaben die Anordnung nun weiter. Eine Möglichkeit zur Diskussion gab es nicht, da sich der Veranstaltungleiter dieser nicht stellte. Dieser hielt das kleine Bündel an PVC-Stangen scheinbar für eine Möglichkeit, irgendeine Art von Choreo-Konstruktion oder Blockfahne zu basteln.

Was genau stimmt, konnte vor Ort nicht geklärt werden. Die Konsequenz war die leere Fiffi-Gerritzen-Kurve.

Wie ist das Ganze zu beurteilen?

Nach dem Bayern-Spiel waren Gespräche zwischen der Vereinsführung und der Fanszene für den Tag nach dem Spiel gegen Aue geplant. Die Vereinsführung hatte aus den Fehlern alter Tage insoweit gelernt und auf die Karte Kommunikation gesetzt. Die Maßnahmen für das Spiel gegen Aue wurden gegenüber der Fanszene im Vorfeld nicht kommuniziert.

Nach jetzigem Kenntnisstand wirkt es, als habe Veranstaltungsleiter Hennemann die Verbote spontan beschlossen. Dabei wurden Vereinsvertreter, wie der Fanbeauftragte nicht informiert, andere wurden erst kurz vor Beginn der Maßnahme in Kenntnis gesetzt. Ob diese intervenieren konnten und wollten, ist unklar.

Die Personalie Hennemann war von Anfang an umstritten. Leitete er früher die Polizeieinsätze bei Heimspielen, sollte der mittlerweile pensionierte Polizist von nun an auf Vereinsseite aktiv sein. Sein Netzwerk mit der Polizei war unumstritten, sein Kontakt mit den Fans von Anfang an belastet. Die Vereinsführung betonte aber sein „Verständnis und Feingefühl für die Kommunikation mit Fans“. Er selbst betonte sein Interesse am „Kontakt zu den Fans“.

Eine Kommunikation fand vor dem Heimspiel gegen Aue nicht statt. Die Fans wussten nichts von einem Verbot. Der Sicherheitsbeauftrage wusste zwar von einem Verbot, erfuhr davon aber erst kurz vorher und keine relevanten Details. Weitere Vereinsverantwortliche erfuhren es wohl ebenfalls erst kurz vorher. Von „Verständnis und Feingefühl für Kommunikation“ war nichts zu bemerken, es fehlte schon an der Kommunikation.

Nun wirkt es so, als habe Veranstaltungsleiter Hennemann hier einen Alleigang gestartet und willkürlich Verbote ausgesprochen. Verwunderlich ist, dass alle Vertreter des Vereins dies zunächst so hingenommen haben und es nicht möglich war die Situation zu lösen. Verwunderlich ist ebenfalls, dass einem Veranstaltungsleiter ein solcher Fehler unterlaufen kann, bei dem das handelsübliche Material in der Form missinterpretiert wird. Hier muss die Frage nach der Fachkompetenz für diese Postion erlaubt sein.

Schaut man in die Statuten des DFB scheint dieser Alleingang ohnehin nicht rechtmäßig zu sein. So heißt es in Anlage 9 der Richtlinien zur Verbesserung der Sicherheit bei Bundesspielen: „Sollten bei der Freigabe von Fan-Utensilien bei einzelnen Spielen Einschränkungen als notwendig erachtet werden, sollen diese in den Sicherheits-Besprechungen, in denen die Interessen der Fans durch die Fan-Beauftragten eingebracht werden können, im Dialog mit Sicherheits-Beauftragten, Ordnungsdienstleitung, Feuerwehr und Polizei thematisiert und anschließend mit ausreichendem Vorlauf transparent kommuniziert werden.“ (Link zu den Richtlinien)

Weder die Absprache mit anderen Entscheidungsträgern noch die transparente und frühzeitige Kommunikation ist erfolgt.

Wie geht es weiter?

Zum einen laufen die Gespräche zwischen Verein und Fanszene, die sicher einiges an Aufschluss über den gesamten Vorgang bringen. Auf der anderen Seite fordern wir, dass sich spontane Materialverbote in keiner Art und Weise wiederholen dürfen.

Der Veranstaltungsleiter Hennemann hält sich offenbar nicht an Absprachen. Grundlegende Anforderungen an seine Position erfüllt er nicht. Das gute Verhältnis von Vereinsführung und Fanszene wurde erheblich in Gefahr gebracht, weil eine einzelne Personen seine Interessen durchsetzte – und nicht die des Vereins. Die belastete Personalie des Veranstaltungsleiters wird immer schwerer zu tragen.

20 Sep.

Tatmittel Spruchband: Staatsanwaltschaft konstruiert Tatvorwurf gegen Preussenfans

Preussenfans im Gästeblock in Ingolstadt

Am 26.10.2019 gastierte der SCP beim FC Ingolstadt 04 und verschenkte nach einer zwei zu null Führung noch spät sehr wichtige Punkte. Zerrte die ärgerliche Niederlage nicht ohnehin an den Nerven, hatte das Spiel für zwei Preussenfans ein besonders bitteres Nachspiel. Denn diese fanden Sie sich im Laufe des Spiels auf der Stadionwache und in einer Polizeikontrolle wieder. Doch was war passiert?

Zu Spielbeginn zeigten die mitgereisten Anhänger aus Münster eine Choreographie im Gästeblock, im Zuge derer auch grüner und weißer Rauch zu sehen war. Die beiden betroffenen Fans saßen währenddessen auf dem Zaun des Gästeblockes und zeigten mit vielen weiteren Fans ein Spruchband. Beide Personen waren hierbei klar zu erkennen und stiegen nach wenigen Minuten wieder in den Gästeblock herab, um dort den Rest der ersten Halbzeit zu verbringen.  In der Halbzeitpause wurde Preussenfan Niklas (Namen geändert) nichtsahnend von Polizisten in die Stadionwache geführt. Der Vorwurf: Er habe zu Beginn des Spiels Pyrotechnik gezündet. Nach Sichtung der vorhandenen Videoaufnahmen konnte dies schon auf der Wache entkräftet werden, doch die Polizisten hatten einen neuen Vorwurf parat: Durch das Halten des Transparents hätte er Beihilfe zur versuchten gefährlichen Körperverletzung geleistet. Niklas wurde bis weit nach Spielende auf der Stadionwache festgehalten. Nach Ende des Spiels wurde auch Lukas (Name geändert) von der Polizei kontrolliert und mit den Vorwürfen konfrontiert.

Anfang 2020 hatten Niklas und Lukas die unangenehme Erfahrung schon fast vergessen, als Lukas eine Anhörung zum o. g. Verfahren erhielt. Die zuständige Staatsanwältin wollte einen Strafbefehl erlassen, was einem Schuldspruch gleichgekommen wäre. Der zuständige Richter des Amtsgerichts erachtete Niklas und Lukas nicht für hinreichend tatverdächtig und wies die Strafbefehle ab, was nach einer Beschwerde der Staatsanwältin eine Entscheidung des Landgerichts zur Folge hatte. Diese wiederum hielt das Amtsgericht an hierzu im Verfahren eine Entscheidung treffen zu müssen.

Die Sachlage war hier jedoch mehr als klar: Bereits das Zünden von Pyrotechnik, zu der sie Beihilfe geleistet haben sollen, war bereits keine Straftat, da keine Gefahr bestand, dass Menschen sich verletzten konnten. Selbst wenn die Meinung vertreten worden wäre, dass dies als gefährliche Körperverletzung einzustufen ist, handelte es sich bei dem Halten des Transparents nicht um eine Beihilfehandlung. Schließlich war das Transparent objektiv nicht dazu geeignet bei dem Zünden von Pyrotechnik zu unterstützen, da der Zaun kaum Sichtschutz gab. Auch subjektiv bestand für Lukas und Niklas kein Interesse sich selbst zu gefährden. Das Zusammenwirken zwischen dem Halten des Spruchbands und dem Zünden von Pyrotechnik war somit arg konstruiert.

Schlussendlich wurden die beiden Fälle somit im Oktober 2020 vor dem Amtsgericht verhandelt. Im Zuge der Aufarbeitung des mittlerweile lange vergangenen Spieltages war für den Verein Preussen Münster, das sozialpädagogische Fanprojekt und die Fanhilfe Münster klar, dass Niklas und Lukas sich in keiner Weise falsch verhalten hatten und auch in der Zukunft nicht mit einem Fehlverhalten zu rechnen sei. Sowohl der Verein als auch das Fanprojekt bestätigten den Betroffenen dies für den Gerichtsprozess schriftlich. Trotz dessen forderte der FC Ingolstadt 04 pauschal drei Jahre Stadionverbot für Niklas und Lukas. Preussen entschied sich jedoch aus dargelegten Gründen gegen ein Stadionverbot.

Nach Sichtung der Videoaufnahmen empfahl der zuständige Richter einen Freispruch der beiden Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft hingegen wollte diesen Freispruch nur gegen die Zahlung einer Geldauflage akzeptieren. Um den Fall abzuschließen, eine mögliche spätere Berufung mit weiteren Verhandlungen zu umgehen, stimmten sie der Einstellung gegen eine geringe Geldauflage zu. Trotzdem mussten Niklas und Lukas sich lange mit dem Fall auseinandersetzen, in dem sie unschuldig einem konstruierten Tatvorwurf ausgesetzt waren und fast mit einem dreijährigen Stadionverbot belegt wurden. Dazu kam ein immenser finanzieller und zeitlicher Aufwand im Rahmen des Verfahrens.

Wieder einmal zeigt sich hier, dass es sich lohnt, polizeiliche Maßnahmen genau zu betrachten und bei Bedarf juristisch dagegen vorzugehen. Solltet ihr hierfür Unterstützung benötigen, wendet euch gerne an die Fanhilfe Münster!

Jetzt Fanhilfe anrufen!